Du funktionierst – bist du eine Maschine?

Du funktionierst – bist du eine Maschine?

Diese Frage habe ich mir vor ein paar Jahren das erste Mal gestellt. Wenn mich wer gefragt hat, wie es mir denn geht, habe ich automatisch: Gut! Geantwortet. Es gab ja eigentlich nichts zu meckern, ich hatte zwei gesunde Kinder, war in einer stabilen Partnerschaft, hatte einen sicheren Job, ein Haus im Grünen. Aber ich habe mich trotzdem seltsam leer gefühlt. Ich hatte scheinbar alles, aber kam zu dem Punkt, wo ich immer mehr gespürt habe: so kann es nicht weitergehen.

Das Leben rauschte an mir vorbei. Ich spürte mich selbst gar nicht mehr richtig. Ich kam nicht mehr zu Ruhe. Ständig trieb mich etwas an, saß mir jemand im Nacken. Meine Lebensfreude und Energie waren weg. Ich funktionierte. Wie eine Maschine.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht – und habe seitdem diesen Weg nicht mehr verlassen. Schnell habe ich begriffen, dass ich wohl kein Einzelfall bin. Vielleicht fühlst du dich auch angesprochen. Ebenso schnell habe ich begriffen, dass es keinen Zauberspruch gibt, und alles wird gut. Allerdings bin ich auf eine neue Art mit dem Leben in Kontakt gekommen, als ich Achtsamkeit entdeckte. Ein Wort, dass derzeit häufig verwendet wird – aber eigentlich nie aus der Mode kommt. Achtsamkeit und seine Wege sind schließlich mehrere tausend Jahre alt.

Also: höchste Zeit die Achtsamkeit wieder in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen!

Achtsamkeit – die Quelle

Der Ursprung der Achtsamkeit liegt im Wort „sati“ (Sprache der Pali, zu Zeiten Buddhas verwendet). Sati lässt sich mit „Aufmerksamkeit, Bewusstheit, erkennen, sich erinnern“ übersetzen. Laut Buddha: wer beständig übt, sich der eigenen Gefühle, Gedanken, des eigenen Körpers und aller Phänomene der Wahrnehmung klar und bewusst wird, beschreitet den Weg sich vom Äußeren zu befreien und letztendlich wahre Freiheit zu erlangen. Sati ist also eine Fähigkeit, die sich durch beständiges Üben durch Meditation und Achtsamkeit entwickelt.

Warum und was heißt das für mich?

Einfach erklärt, Achtsamkeit ist die Fähigkeit, ganz und gar in diesem Moment präsent zu sein und ihn zu erleben. Ohne Wertung. Ohne Voreingenommenheit. Wenn diese Momente mehr werden, entsteht daraus eine innere Haltung, die dein ganzes Leben beeinflusst.

Es geht darum, wieder mehr zu spüren und zu erleben – und wieder weniger zu analysieren und zu denken.

Das ist ja bereits der Knackpunkt der heutigen Zeit. Wir sind permanent am Analysieren und oft denke ich, wir sind nur mehr wandelnde Riesen-Gehirne. Alles wird zer-dacht, bedacht, analysiert, … während unsere Körper teils kaum mehr bewegt werden (der Weg von Couch zur Kaffee-Maschine gilt nicht). Aber auch unsere Gefühle werden nicht mehr gefühlt (wer hat denn bitte dafür Zeit? Ein Nervenzusammenbrauch passt mir diese Woche gar nicht). Das führt dazu, dass wir uns irgendwie vom Leben abgeschnitten fühlen, wir gehen irgendwie unbewusst auf Distanz zu unserem sinnlichen Erleben und alles durchläuft nur mehr unseren Verstand.

Du merkst also: so kann es nicht weitergehen. Also, was nun?

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, ein bewusster Atemzug – mehrmals täglich – bringt dich bereits wieder mehr in Kontakt mit dir.

Dadurch wirst du gelassener, du kannst Unangenehmes weniger bewerten – während du zugleich deine eigenen Bedürfnisse und das Leben intensiver und schöner wahrnimmst. Achtsamkeit verändert sogar nachweislich dein Gehirn und wird als gesundheitliche Prävention u.a. bei Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Schmerzen, Depressionen und sogar Angsterkrankungen eingesetzt. Stresshormone werden dabei abgebaut, der Blutdruck sinkt und es kann positive Auswirkungen auf Leistung, Jobzufriedenheit, Konzentration und Kreativität haben.

Bist du schon überzeugt?

Du kannst jetzt also viel über Achtsamkeit lesen, schlussendlich musst du sie aber „erfahren“ – du musst sie leben. Immer wieder Üben. So wie du eben auch geübt hast, irgendwann nicht mehr achtsam zu sein. Dann wird sie irgendwann wieder Teil von dir.

Ich freue ich mit euch einen Tag der Achtsamkeit zu begehen. Wir werden reden, lachen, philosophieren, üben – und nochmal üben. Dieser Tag ist der erste Schritt auf deinem neuen Lebensweg.

In einigen Jahren wirst du vielleicht auf diesen Moment zurückblicken und wissen, dass du hier mit dem Leben auf eine neue Art in Kontakt gekommen bist. Und dass du ab jetzt nicht mehr funktioniert hast. Du hast nämlich endlich wieder gelebt.

„Einatmend weiß ich, dass ich einatme.
Ausatmend weiß ich, dass ich ausatme.
Das hört sich vielleicht sehr schlicht an, fast banal.
Doch wenn ich diesen Atemzug wirklich spüre,
bin ich in genau dem Moment frei.
Frei von Reue über die Vergangenheit. Frei von Sorgen über die Zukunft.“
Thich Nhat Hanh

Details

Zur Autorin

Sandra Sabitzer
Mag.a (FH) Sandra Sabitzer, MA: Nach 2 Studienabschlüssen, 10 Jahren in einer Marketing/PR Abteilung, 2 Kindern, Hund, Haus und Kegel – entschied sie sich für eine „WiederbeLEBung“.
Sie machte mehrere Yoga-Ausbildungen, Achtsamkeitskurse und ist gerade im Endspurt ihrer Life Coaching Ausbildung. Seitdem unterrichtet sie Yoga, bringt den Menschen Achtsamkeit und Entspannung in Workshops und Seminaren näher und arbeitet als Beraterin und Life Coachin in Sachen Selbstliebe. Sie verschreibt sich dem Heilen alter Wunden und dem Wachstum und Erblühen unseres vollen Potentials.

Näheres: www.pink-elephant.at

Kursangebot zum Thema

Workshop am 5. März 2022 (Link läuft am 5. März ab):

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